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Niedrigenergiehaus

Sanierung eines Bürogebäudes der 60er Jahre

Autor: Voss, K.; Engelmann, P.; Musall, E.:
Verlag: b+tga
Publikationstyp: Forschungsberichte
Bibliographische Angaben:

Voss, Karsten; Engelmann, Peter; Musall, Eike:

Energieoptimiertes Bauen: Demonstrationsbauvorhaben Sanierung eines Bürogebäudes der 60er Jahre
zu einem Niedrigenergiehaus. Schlussbericht

Bergische Universität Wuppertal, b+tga, 2010, 108 S.

Bezugspreis: Kostenloser Download

Schlagworte:

Das 4-geschossige, 4.600 m² große Gebäude aus den 60er Jahren in Remscheid wird heute etwa zur Hälfte als zentrales Verwaltungsgebäude der Entsorgungsbetriebe und als Unterbringung für den dazugehörigen Fuhrpark genutzt. Ähnlich zu vielen anderen Gebäudesanierungen beschränkte sich die Sanierung nicht auf die Mängelbeseitigung und energetische Verbesserung. Eine Sanierung steht oft in Konkurrenz zu einem Neubau.

Daher wurden wesentliche Verbesserungen in der Nutzungsqualität und dem Erscheinungsbild sowie eine signifikante Senkung des Energieverbrauchs und der Betriebskosten erwartet. Aus Verbrauchsmessungen im Vorfeld der Sanierung war ein Primärenergiekennwert von etwa 440 kWh/(m²a) bekannt. Dabei lag allein der Wärmeverbrauch bei rund 370 kWh/(m²a). Hinsichtlich des sommerlichen Raumklimas waren insbesondere die Verhältnisse im 2. OG auffällig. Für die bereits bei der Erstellung vorgenommene Aufstockung des zunächst 3-geschossig geplanten Gebäudes kam nur eine Leichtbauweise in Frage.

Die intensive Planungsarbeit und die große Bereitschaft von Bauherren und Planern zur kritischen Variantenanalyse haben dazu beigetragen, eine ganzheitlich überzeugende Gebäudesanierung zu vertretbaren Kosten zu erstellen. Die erreichten Energiekennwerte sind mit 86 kWh/m²a Primärenergie für Heizwärme und ca. 58 kWh/m²a Primärenergie für elektrische Hilfsenergie (Lüften, Beleuchtung) angesichts der hohen Werte vor der Sanierung sehr niedrig, jedoch mit Blick auf die planerisch angestrebten Werte weiter verbesserungsfähig. Hierzu ist vor allem ein optimierter Betrieb der Lüftungsanlagen der Sozialräume entscheidend. Das Vorhalten hoher Luftwechsel mit Außenluft in Duschen, Umkleiden und Trockenräumen verursacht hohe Stromverbräuche der Lüftungsanlage. Trotz Einsatz einer Wärmerückgewinnung über ein Kreislaufverbundsystem bezieht die Lüftungsanlage ganzjährig hohe Wärmemengen. Hier ergeben sich vor allem durch die Anpassung von Laufzeiten an die tatsächliche Nutzung erhebliche Einsparungen (die in den aktuellen Jahreswerten noch nicht voll zum Tragen kommen).

Das Maßnahmenpaket der passiven Kühlung ist auf die Sanierung vieler, insbesondere öffentlicher Gebäude übertragbar. Hierbei geht es immer wieder um die Fragestellung, wie wesentliche Verbesserungen beim sommerlichen Raumklima ohne Einbau einer aktiven Kühlung erreicht werden können. Abluftanlagen mit dezentraler Nachströmung der Außenluft über Fassaden integrierte Außenluftdurchlässe leisten sowohl einen Beitrag zur sommerlichen Nachtlüftung (hoher Luftwechsel) als auch zur Verbesserung der Lufthygiene während der Arbeitszeit (geringer Luftwechsel). Durch den Verzicht auf dezentrale Ventilatoren treten keine Schallquellen auf. Der Wartungsaufwand ist gering. Hinsichtlich der baulichen Ausführung zeigt sich die Luftdichtheit der Gebäudehülle als besonders wichtiger Faktor.

Letzte Aktualisierung: 8. Mai 2017

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