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Gebäudetechnik

Energetische Sanierung der Kunsthalle Mannheim

Autor: Reiß, E. u.a.
Verlag: Vulkan Verlag
Publikationstyp: Fachartikel
Bibliographische Angaben:

Energetische Sanierung der Kunsthalle Mannheim

Erschienen in:
Zeitschrift GI – Gebäudetechnik | Innenraumklima
GI 134 (2014), Heft 2, S. 98-111

Bezugspreis: Kostenloser Download

In diesem Artikel wird gezeigt, dass auch in Museumsbauten, die aufgrund ihrer raumklimatischen Anforderungen einen hohen Energiebedarf aufweisen, die Energieeffizienz mit einer Sanierung so gesteigert werden kann, dass der Primärenergieverbrauch 35 Prozent unter den gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2009 liegt. Mit der im Rahmen eines Forschungsvorhabens durchgeführten Sanierung der Kunsthalle Mannheim soll die Integration innovativer Techniken in einem öffentlichen Gebäude beispielhaft demonstriert und wissenschaftlich ausgewertet werden. Das integrale Konzept zur Erhöhung der Energieeffizienz wurde unter Einbeziehung vorhandener Infrastruktur entwickelt und in dieser Publikation ausführlich vorgestellt.

Museen sind in der Regel monumentale Gebäude der öffentlichen Hand mit architektonisch anspruchsvollen Fassaden. Sie stehen oftmals unter Denkmalschutz – eine energetische Sanierung stellt daher die Verantwortlichen vor große Hürden. Der Energieverbrauch von Museumsgebäuden ist im Allgemeinen hoch, da aus konservatorischen Gründen hohe Anforderungen an das Innenraumklima gestellt werden. Die Räume werden beheizt, gekühlt, mechanisch belüftet, befeuchtet und entfeuchtet. In vielen Fällen erfolgt die Wärmezufuhr durch eine Luftheizung. Dies erfordert systembedingt wiederum einen hohen Luftwechsel, der hohe Ventilatorstromverbräuche zur Folge hat. Die Kunsthalle Mannheim soll modellhaft saniert werden. Das Museum prägt seit über 100 Jahren das kulturelle Leben der Industriestadt am Rhein. Deutschlandweit zählt sie mit Spitzenwerken von Édouard Manet bis Francis Bacon und einem singulären Skulpturenschwerpunkt zu den renommiertesten Bürgersammlungen der Moderne und Gegenwart. 1909 beispielhaft mit sozialem Bildungsauftrag gegründet, sammelten weitsichtige Kunsthistoriker systematisch Meisterwerke von Meisterkünstlern und beeinflussten mit programmatischen Ausstellungen die Kunstgeschichte (z. B. 1925 Neue Sachlichkeit). Heute widmet sich die Kunsthalle verstärkt aktuellen internationalen Tendenzen und knüpft mit einer engagierten Kunstvermittlung an ihr Gründungsmotto an: „Kunsthalle für alle“.

Die für die Sanierung erarbeiteten Konzepte dürften für zahlreiche Museen wertvolle Erkenntnisse für angehende Sanierungen darstellen. Der Wissensstand, der durch die Umsetzung und das begleitende Monitoring erarbeitet wird, stellt die Basis für Adaption an Museumsbauten ähnlicher Baualtersklasse aber auch für Neubauten dar. Die Nutzung von Tageslicht in Ausstellungsräumen von Museen stellt einen immer wichtiger werdenden Aspekt im modernen Kunstbetrieb dar. Der in Mannheim praktizierte Lösungsansatz kann sowohl auf bestehende Oberlichtkonstruktionen in historischen Gebäuden als auch für Neubauten übertragen werden. Ebenso lässt sich die Situation der erarbeiteten Innenwandlösung als Wandheizung/Dämmvariante für nahezu jeglichen Gebäudetypus verwenden. Die freie Wandzone ohne Temperierung lässt sich je nach Museum erweitern oder reduzieren. Das Innendämmungssystem wird dem Baudenkmalschutz gerecht und stellt damit einen unerlässlichen Baustein für energetische Sanierungsarbeit in historisch bedeutenden Altbauten dar. Das zweijährige Monitoring startete im November 2013. Erste Messergebnisse werden Ende des Jahres 2014 erwartet. 

Letzte Aktualisierung: 25. April 2017

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