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Kurztitel: EG2050: nzeb Hannover: Nearly Zero Energy School ' Systemstandards und Qualitätsmanagement für Nearly Zero Energy Gebäude am Beispiel des Förderzentrums auf der Bult, Hannover
Laufzeit: 09/2017 bis 12/2019
Themen: Neubau von Einzelgebäuden, Gebäudebetrieb & Gebäudeautomation, Energiespeicherung, Solarstrom, Planung & Auslegung, Monitoring & Bilanzierung
Innovation: Definition von Systemstandards für Nearly Zero Energy Buildings und entsprechenden Prozessen für das energetische Qualitätsmanagement
Schlagworte:

Quintessenz

  • Systemstandards für Nearly Zero Energy Standards sollen künftig das Qualitätsmanagement in der Planungs- und Bauphase unterstützen
  • Systemstandards werden in ihrer Handhabung an einem Demonstrationsgebäude erprobt
  • Es erfolgt eine energiebilanzielle Analyse des Gebäudes und Abgleich mit den Planungszielen

Mit diesem Forschungsprojekt sollen Systemstandards und ein darauf abgestimmtes energetisches Qualitätsmanagement entwickelt werden, damit Nearly Zero Energy Buildings als Gebäudestandard besser in der Planungs- und Baupraxis eingeführt werden können. Der Neubau des Förderzentrums auf der Bult der Region Hannover dient den Wissenschaftlern zur Erprobung und Demonstration der Ergebnisse.

Projektkontext

Die flächendeckende Umsetzung eines Gebäudestandards mit einem in der Jahresbilanz nahezu neutralen Energieverbrauch ist ein grundlegender Lösungsansatz, um die klimapolitischen Ziele in Deutschland zu erreichen. Bei der Energieversorgung der Gebäude kann auf eine Vielzahl neuer als auch bewährter Technologien zurückgegriffen werden. Dies führt zu einer zunehmenden Komplexität und einer höheren Anfälligkeit für Qualitätsdefizite in Planung, Errichtung und Betrieb. Neben der Entwicklung der Basistechnologien, z. B. effizienter Erzeugungskomponenten, ist eine der zentralen Herausforderungen, in der Fülle der Einzelprojekte sowohl eine angemessene Systemkonzeption als auch ein effektives Qualitätsmanagement umzusetzen. Nur so können die theoretisch möglichen Ziele in der Praxis auch tatsächlich erreicht werden.

Forschungsfokus

Mit dem „Förderzentrum auf der Bult“ soll ein Schulkomplex im Nearly Zero Energy Standard realisiert werden. Der Forschungsfokus des Projektes liegt auf der Entwicklung multiplikationsfähiger und energieoptimierter Gebäudekonzepte, um einen nachhaltigen und wirtschaftlichen Standard in der Breite des Gebäudebestands umsetzen zu können. Dafür werden Systemstandards und ein darauf abgestimmtes energetisches Qualitätsmanagement für die Einführung von Nearly Zero Energy Buildings als Gebäudestandard der Region Hannover entwickelt und am Beispiel des Förderzentrums auf der Bult demonstriert. Die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements erfolgt unter anderem auf Grundlage des Qualitätssicherungskonzepts von proKlima und mit ergänzender Förderung aus dem proKlima-Fonds der enercity AG aus Hannover.

Zentrale Idee und Ansatz

Zentrale Idee des Forschungsprojektes ist die Entwicklung, Aufbereitung und Multiplikation nachweislich funktionierender, robuster Gebäudestandards und qualitätsrelevanter Prozesse in der Planungs-, Errichtungs- und Nutzungsphase. Die Begleitung des Bauvorhabens des Förderzentrums auf der Bult dient der Erprobung der Praxistauglichkeit entsprechender Tools und Prozesse sowie der Definition des Gebäude- und Anlagenstandards für eine „Nearly Zero Energy School“. Darüber hinaus fördert die Unterstützung im Rahmen der Inbetriebnahme sowie das technische Monitoring in der Nutzungsphase die planmäßige Umsetzung des nachhaltigen und potentiell sehr robusten Gebäudekonzeptes.

Erprobung und Anwendung

Gebäudekonzept

Das Demonstrationsgebäude ist in Massivbauweise aus Stahlbeton und KS-Mauerwerk konzipiert. Die Gebäudehülle wird in Passivhausbauweise errichtet. Vorgehängte, hell-weiße Betonfertigteilelemente bilden die Fassade zusammen mit großformatigen Fensterflächen. Diese bestehen aus einer Pfosten-Riegelkonstruktion aus Brettschichtholz mit einer Leichtmetall-Aufsatzkonstruktion, in die hochdämmendes Sonnenschutzglas eingesetzt ist. An der Nordwest-Fassade ist aufgrund der Ausrichtung und dem vorhandenen Baumbestand kein zusätzlicher sommerlicher Wärmeschutz erforderlich. Die anderen Seiten des Gebäudes erhalten außenliegende, verdeckt montierte Raffstore.

Gebäude mit dem Haupteingang in Süd-Ost-Ansicht

© Steinbeis-Innovationszentrum energie+

Energiekonzept

Die Heizwärmeerzeugung für das gesamte Gebäude sowie die zentrale Trinkwassererwärmung für die Bistroküche und Lehrküchen erfolgt über eine elektrische Sole-Wasser-Wärmepumpenanlage mit Erdsondenfeld. Alle zu beheizenden Räume werden über eine Fußbodenheizung versorgt. In den Sommermonaten kann mit der Fußbodenheizung, in Verbindung mit den Erdsonden der Wärmepumpenanlage, passiv gekühlt werden. Für alle Unterrichtsräume sind dezentrale Lüftungsanlagen mit Kreuzstromwärmetauscher und elektrische Durchlauferhitzer für die Trinkwarmwasserbereitung vorgesehen. Die Aula, die Bistroküche und sonstige Räume werden von zwei zentralen Lüftungsanlagen versorgt. Strom produziert eine auf dem Dach installierte Photovoltaik-Anlage (88 kWp). Zusätzlich ist ein Stromspeicher vorgesehen, der in den Stromkreis des Gebäudes eingebunden ist.

Schematische Darstellung des Energiekonzeptes

© Steinbeis-Innovationszentrum energie+

Weitere Abbildungen

Alle Räume sind mit einer Fußbodenheizung/-kühlung ausgestattet

© Steinbeis-Innovationszentrum energie+

Unterrichtsräume und zugehörige Differenzierungsräume werden mit dezentralen Lüftungsgeräten ausgestattet

© Steinbeis-Innovationszentrum energie+

Eines der beiden zentralen Lüftungsgeräte, welche auf dem Flachdach installiert werden

© Steinbeis-Innovationszentrum energie+

Letzte Aktualisierung: 1. April 2017

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