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„Rechnet sich das wirklich?“

Null-Emissions-Gebäude sind ökonomisch vorteilhaft realisierbar und verringern zudem auch makroökonomische Kosten

Null-Emissions-Gebäude sind ökonomisch vorteilhaft realisierbar und verringern zudem auch makroökonomische Kosten

© Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU)

Es erscheint widersprüchlich: Mutige Planer und Bauherren zeigen mit bahnbrechenden Projekten, wie im Gebäudesektor die Energiewende gelingen und sogar ökonomisch vorteilhaft sein kann. Hingegen warnen Akteure der Immobilienwirtschaft vor einer Verschärfung der energetischen Standards, weil sie sich vor höheren Kosten fürchten. Wo liegt hier das Problem?

Frank Junker von der AGB Frankfurt Holding sagt, energieoptimierte Gebäude seien wirtschaftlich machbar, und das sogar im sozialen Wohnungsbau: Mit klar definierten Zielen, einer integralen Planung von Anbeginn, mit einem straffen Controlling und einer Portion Kreativität. Junker kann diese These mit dem Frankfurter Aktiv-Stadthaus untermauern. Und Prof. Thomas Lützkendorf sieht außerdem methodische Defizite bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit und zeigt Methoden und Grundlagen, mit denen mehr Transparenz und eine differenziertere Beurteilung der ökonomischen Vorteilhaftigkeit gelingt.

Viele Experten sehen in den Rahmenbedingungen den zentralen Hebel zu mehr Energieeffizienz im Gebäudesektor. Die CO2–Emissionen sollten zur entscheidenden, die Planung lenkende und den Erfolg bewertende Größe werden. Dies wäre auf die Energieeinsparverordnung und auf Förderprogramme anzuwenden und im späteren Gebäudebetrieb auch zu überprüfen. Als entscheidende Bilanzgrenze sollte möglichst das Quartier herangezogen werden. Und in die Rechnung wären die Kosten über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden, Quartieren oder Energiesystemen einzubeziehen. 

Links

BINE-Themeninfo III/2017

Wirtschaftlichkeit energieoptimierter Gebäude

BINE-Interview

Differenzierte Beurteilung der ökonomischen Vorteilhaftigkeit

Experten-Workshop 18. 9. 2017 in Frankfurt

Wie die Energiewende im Gebäudesektor kosteneffizient erreichbar ist