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Bereitschaft für netzdienliches Verhalten vorhanden

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme führte im Frühsommer 2017 eine deutschlandweite Umfrage zur Akzeptanz eines netzdienlichen Gebäudebetriebs durch. Befragt wurden Eigentümer und Betreiber von Neubau- und Bestandsgebäuden der Sektoren Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Jetzt liegen die Umfrageergebnisse vor.

© Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Forscher trauen Gebäuden eine aktivere Rolle im künftigen erneuerbaren Stromnetz zu. Gebäude könnten in Zukunft überschüssigen Solar- und Windstrom hocheffizient in Form von Wärme und Kälte nutzen und speichern. Netzdienliche Gebäude haben die Fähigkeit, den Strombedarf zeitlich verschieben zu können. Hierfür sind geeignete Regelungsstrategien für die Gebäudeenergietechnik erforderlich, um Wärmekapazitäten im Gebäude, also beispielsweise die thermische Speichermasse der Gebäudekonstruktion, so zu nutzen, dass hoher Strombedarf mit den Erzeugungskapazitäten des Stromnetzes synchronisiert wird. Die notwendigen Regelungsstrategien werden im Forschungsprojekt FlexControl entwickelt.

Netzdienlichkeit kann also durch technologische Innovationen vor allen im Bereich der Speichertechnik und mit einer angepassten Gebäudeautomation erreicht werden. Doch das Thema steckt noch in den Kinderschuhen. Aus wirtschaftlichen Gründen eignen sich große Bürogebäude und andere Nichtwohngebäude mit komplexer Gebäudetechnik besonders gut. Aber werden die Betreiber dieser Gebäude kooperieren? Eine Befragung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme lässt hoffen. Sogar für den Fall, dass eine Umstellung auf einen netzdienlichen Gebäudebetrieb keine Erlöse durch handelbare Systemdienstleistungen am Strommarkt bringen sollte, erklären 54 Prozent der Befragten, im Sinne des volkswirtschaftlichen Nutzens den Betrieb ihrer Gebäude netzdienlich gestalten zu wollen.

Links

Umfrage und Studie des Fraunhofer ISE

Netzdienlichkeit von Gebäuden im GHD-Sektor

Forschungsprojekt FlexControl

Netzdienliche Betriebsführungsstrategien für Nichtwohngebäude