Menü

Das Land Baden-Württemberg fördert ein Demonstrationsprojekt, mit dem die Wirtschaftlichkeit und das Smart-Grid-Potenzial virtueller Kraftwerke mit vernetzen Mikro- und Mini-Blockheizkraftwerken nachgewiesen werden soll. Projektpartner des zweijährigen Projekts „mikroVKK – mikro virtuelle Kombikraftwerke“ sind die beiden Startups GridSystronic Energy und schäffler sinnogy sowie die Hochschule Offenburg. Über zehn Stadtwerke haben bereits ihr Interesse bekundet, als Praxispartner mitzuwirken.

Mikro- und Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) bieten ein großes Flexibilitätspotenzial für intelligente Stromnetze (Smart Grids). Dies konnte bisher allerdings nicht erschlossen werden, weil die Kosten für den Anschluss an ein virtuelles Kraftwerk mit externer Steuerung noch zu hoch waren. Das Start-Up GridSystronic Energy in Albstadt hat hierfür jetzt eine zum Patent angemeldete neue Lösung entwickelt, mit der erstmalig auch kleine Anlagen kostengünstig in ein virtuelles Kraftwerk eingebunden werden können. Damit wird es möglich, die Stromerzeugung der BHKW so zu steuern, dass z.B. möglichst viel des erzeugten Stroms im Objekt selbst verbraucht wird - z.B. für Mieterstrom - oder dass die Netzeinspeisung in kritischen Zeiten reduziert wird. Auch können mehrere BHKW im Verbund so gesteuert werden, dass möglichst hohe Preise an der Strombörse erzielt werden.

Patentierte Lösung senkt Anschlusskosten

Möglich wird die Steuerung durch eine neu entwickelte, besonders günstige Anschlussbox, mit der hersteller- und geräteunabhängig nicht nur BHKWs, sondern auch Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Windkraftanlagen, Batteriespeichersysteme und Lasten zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten in ein virtuelles Kraftwerk eingebunden werden können. Die Steuerung der Anlagen erfolgt dann über einen zentralen GridSystronic-Server, der selbstlernend die optimalen Betriebsführungsstrategien entwickelt und umsetzt. Darüber hinaus zeichnet sich das System durch ein Höchstmaß an Datenschutz und Datensicherheit aus. Die Kommunikation zwischen der Anschlussbox und dem zentralen GridSystronic-Server erfolgt über eine einzigartige Sicherheitsarchitektur, die eine höher Sicherheit verspricht, als das aktuelle Smart Meter-Schutzprofil des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI).

Erprobung in bis zu elf Praxisprojekten

Im Rahmen des Projekts „mikroVKK“ sollen nun die wirtschaftlichen Vorteile und das Smart-Grid-Potenzial der neuen Lösung unter verschiedenen Rahmenbedingungen nachgewiesen werden. Dafür werden die BHKWs von bis zu elf Stadtwerken von GridSystronic Energy mit Anschlussboxen ausgestattet und an einen Virtuellen-Kraftwerks-Mandanten angeschlossen. schäffler sinnogy in Freiburg entwickelt dazu mit den Praxispartnern Geschäfts- und Betreibermodelle sowie die entsprechenden Regelstrategien - z.B. zur Optimierung von Mieterstrom, für das Lastmanagement oder die Netzeinspeisung. Diese werden dann in einem einjährigen Demonstrationsbetrieb erprobt und von der Hochschule Offenburg evaluiert.

Die Praxispartner haben bereits ihr Interesse bekundet, weitere Anlagen wie Batteriespeichersysteme, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen sowie Lasten in die virtuellen Kraftwerke zu integrieren. Hierfür ist das Projekt mit dem solbat-Anwendernetzwerk für Energiespeicher vernetzt, in dem auch anderen Energiedienstleister und Technologielieferanten kooperieren.

Weitere Informationen zum Projekt sowie zur technischen Lösung finden sich auf der Website des Anwendernetzwerks solbat.

Schlagworte:

Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2015

Thematisch verwandte Projekte

Diese Webseite verwendet sogenannte Cookies zur Optimierung der Ansicht und aller Funktionen. Für die Nutzungsanalyse wird Matomo verwendet. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Wenn Sie der Nutzungsanalyse widersprechen oder mehr über Cookies erfahren möchten, klicken Sie bitte auf die Datenschutzerklärung .

OK