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Die Preisträger des Ideenwettbewerbs EnEff.Gebäude.2050 wurden gestern im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin ausgezeichnet. Im ersten Teil des Wettbewerbs waren zukunftsweisende Ideen für klimaneutrale Gebäude und Quartiere gesucht. Eingereicht wurden sowohl Neuplanungen als auch Sanierungsvorhaben von Wohngebäuden über Gewerbebauten bis hin zu Quartierskonzepten. Um der Vielschichtigkeit und unterschiedlichen Schwerpunktsetzung der Arbeiten gerecht zu werden, entschied die Jury, fünf gleichwertige Preise zu vergeben.

In dieser Wettbewerbskategorie wurden Konzepte für Gebäude und Quartiere mit konkreter Realisierungsabsicht prämiert. Bewertet wurden:

  • Idee und Innovationsgehalt
  • Gestalterische und baukulturelle Qualitäten bzw. der Umgang mit bestehender Bausubstanz
  • Funktionalität
  • Technisch‐planerische Qualität
  • Ambition, Stimmigkeit und Praxistauglichkeit des Energiekonzepts
  • Übertragbarkeit und Multiplikator-Wirkung für nahezu klimaneutrale Gebäude bzw. Quartiere
  • Aspekte der Nachhaltigkeit, ökologischer und ökonomischer Mehrwert.

Die eingereichten Konzepte zeigen, dass sich das Ziel nahezu klimaneutraler Gebäude und Quartiere auch heute schon auf vielfältige Weise umsetzen lässt. Voraussetzung für ein gelungenes Projekt ist es, die energetischen Ziele von vornherein mitzudenken.

Die Jurysitzung fand am 23. Oktober 2017 in Berlin statt. Unter Vorsitz von Frau Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, beurteilte das interdisziplinär besetzte Preisgericht die 13 eingereichten Arbeiten. Fünf Beiträge wurden gleichrangig ausgezeichnet und hierfür insgesamt 150.000 Euro Preisgeld vergeben.

Die Preisträger kurz vorgestellt:

Synergien auf Industriebrache genutzt

© Team Energie und Technikpark Stadtwerke, Trier

Auf einer Industriebrache in Trier entsteht ein Energie- und Technikpark, der den Gedanken „Bedarf reduzieren und den Restbedarf durch vorhandene Quellen decken“ unter anderem durch die Kopplung an die bestehende Kläranlage beispielhaft umsetzt. Der innovative Charakter des Projekts zeigt sich in der Anpassung an die vorhandene städtebauliche Situation, in der schrittweisen technischen Umsetzung des Energiekonzepts sowie in der nachhaltigen Gestaltung der Arbeitsumwelt.

Details zum Energie- und Technikpark der Stadtwerke Trier

© BINE Informationsdienst

Auf einer Konversionsfläche wird ein von der Stadt Trier und den Stadtwerken Trier gemeinsam genutzter Energie- und Technikpark entwickelt. Die Zusammenführung ermöglicht vielfältige Synergieeffekte. Die Gestaltung von Arbeits- und Bürokonzepten verfolgt gleichermaßen ökonomische, ökologische und soziale Ziele.

Stromerzeugung und -verbrauch im Hauptklärwerk sollen dank eines künstlichen neuronalen Netzes in Echtzeit ausgeregelt werden, so dass kein zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss. Die Energie für die Reinigung des Abwassers wird aus Klärgas, Sonnenenergie und Wasserkraft selbst vor Ort erzeugt.

Team

Bauherr: Stadtwerke Trier (SWT)
Planer: ETP: Energie und Technikpark
Energie/TGA: SWT-Unternehmensgruppe

 

Wohnprojekt löst Nachhaltigkeitsversprechen ein

© Team Newtonprojekt, Berlin Adlershof

Das Projekt bringt Architekturqualität und Klimaschutz in Einklang: Die drei als gemeinschaftliches Projekt von Baugruppen erstellten, nahezu klimaneutralen Mehrfamilienhäuser sind architektonisch differenziert geplant. Sie fügen sich zu einem harmonischen Ensemble und ordnen sich in das städtische Umfeld ein.

Details zum Projekt Newton in Berlin-Adlershof

© BINE Informationsdienst

Drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 38 Wohneinheiten und einer kleinen Tiefgarage gruppieren sich um einen barrierefreien Gemeinschaftsgarten mit Privatgärten. Die Gebäude werden als Mehrgenerationengemeinschaft im Passivhausstandard mit Plus-Energie realisiert. Eingesetzt werden umweltfreundliche Materialien sowie Fassaden- und Dachbegrünung. Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen auf den Dächern sowie an einer Fassade liefern Strom und Wärme. Die rücklaufseitige Einbindung des Quartiers an das bestehende Fernwärmenetz mit Einspeisung der gewonnenen Solarwärme und die Umsetzung einer legionellenfreien Warmwasserbereitung bei niedrigem Temperaturniveau im Verteilnetz sind die zentralen Inhalte des Projekts.

Team

Bauherr: Baugemeinschaft NEWTON GbR
Planer: Arbeitsgemeinschaft ARGE AH+
Energie/TGA: PI Passau Ingenieure GmbH
Low-E-E: Ingenieurgesellschaft für energieeffiziente Gebäude

 

Wohnungsbau im Industriedenkmal

© Team Vorwärts-Quartier, Schwerin

Ein denkmalgeschütztes Hallengerüst in einem ehemaligen Industrieareal dient als Struktur für einen verdichteten Wohnungsneubau mit experimentellem Energiekonzept. Das Projekt folgt einem ganzheitlichen, sozialverträglichen Ansatz: Bezahlbarer Wohnraum, gemischtes Quartier sowie Nutzung der vorhandenen Bausubstanz.

Details zum Vorwärts-Quartier in Schwerin

© BINE Informationsdienst

Der Großteil der vorhandenen Gebäude auf der städtischen Konversionsfläche hat Denkmalstatus. Das Konzept berücksichtigt die vorhandenen Strukturen und schafft durch Ergänzungsbauten einen neuen Rahmen. Die Realisierung in Systembauweise und die Nutzung regionaler Baustoffe sollen eine kostengünstige Bauweise bewirken. Die bauliche Umsetzung soll klimaneutral erfolgen, d.h. durch Recycling, Verwendung ökologischer Baustoffe und Schaffung energieautarker Gebäude.

Die vorhandenen Sheddächer und neuen Dachflächen im Quartier eignen sich aufgrund ihrer Orientierung nach Süden und Westen für großflächige Photovoltaikanlagen. Um den erzeugten Solarstrom speichern zu können, werden die Gebäude mit einem neuartigen Biokatalyse-System ausgerüstet, mit dem sich aus Strom Methanol herstellen lässt.

Team

Bauherr: EnergieSpar-Haus Lübeck GmbH
Planer: Schelfbauhütte
Energie/TGA: willpower ENERGY™ - Gensoric GmbH

 

Geschosswohnungsbau beispielhaft saniert

© Team Aktiv-Stadthaus im Bestand, Frankfurt/Main

Das Projekt zeigt Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Sanierung von Mehrfamilienhäusern der fünfziger und sechziger Jahre - einen Gebäudetypus, der in Deutschland in vielfach zur Sanierung ansteht.

Details zum Aktiv-Stadthaus im Bestand, Frankfurt/Main

© BINE Informationsdienst

Die bestehende Bausubstanz wird fast vollständig erhalten, durch Anbauten ergänzt und auf das Niveau eines Neubaus nach gültiger EnEV (2016) gebracht. Das Dachgeschoss wird zur Wohnfläche ausgebaut. Die Wohnungszuschnitte werden heutigen Bedürfnissen angepasst und erhalten durch Loggien bzw. Terrassen einen besseren Außenbezug.

Das Nur-Strom-Haus vermeidet konsequent den Einsatz fossiler Brennstoffe und lokaler Emissionen. Dachintegrierte PV-Anlagen decken den Gesamtenergiebedarf zu einem hohen Anteil solar.

Team

Bauherr: ABG Frankfurt Holding GmbH
Planer: HSS Planer + Architekten AG
Energie/TGA: energydesign braunschweig GmbH

 

Leuchtturmprojekt mit angemessenen Mitteln

© Team Neubau Stadtwerke, Neustadt in Holstein

Der Neubau der Stadtwerke Holstein in Neustadt legt gleichermaßen Wert auf die städtebauliche Einbindung in das urbane Umfeld als auf die Architektur, Grundrissgestaltung und die Energietechnik mit weitgehend regenerativer Wärmeversorgung.

Details zum Neubau der Stadtwerke Neustadt in Holstein

© BINE Informationsdienst

Das neu gebaute Ensemble der Stadtwerke besteht aus drei Bereichen: Einem zweigeschossigen Verwaltungsgebäude mit einem Sockelgeschoß am Betriebshof, einem eingeschossigen Werkstattgebäude mit integrierter Fahrzeugwaschhalle und Lagerräumen sowie einer Fahrzeughalle für die Betriebsfahrzeuge. Die Wärmedämmqualität orientiert sich am Passivhausstandard.

Die Wärmeversorgung für die Gebäude soll weitestgehend regenerativ erfolgen. Wärmepumpen nutzen Erdwärme über Erdsonden. Auf den Dachflächen der drei Gebäude und als Sonnenschutz über dem Haupteingang sind Photovoltaikmodule vorgesehen.

Team

Bauherr: Stadtwerke Neustadt in Holstein
Planer: Arge IBUS Architektenges. mbH, RISP Architekten
Energie/TGA: TARA Ingenieurbüro NordWest GmbH & Co. KG, Ingenieurbüro Taube und Goerz, Ingenieurbüro Hornecker GmbH, Drewes und Speth

Eine ausführlichere Vorstellung des Wettbewerbs und der Preisträger finden Sie in der Broschüre „Ideenwettbewerb EnEff.Gebäude.2050, Thema 1: Ideen für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere“.

Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2017

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