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Nach ihrer Sanierung erzeugt die Uhlandschule in Stuttgart aus dem Baujahr 1954 mehr Energie als sie verbraucht. Das bewirkt eine umfassend gedämmte Gebäudehülle kombiniert mit der Nutzung von Solarstrom und Erdwärme. Forscher der Universität Stuttgart untersuchen jetzt gemeinsam mit dem Amt für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart in einem zweijährigen Intensiv-Monitoring, ob das Gebäude die hoch gesteckten Planungsziele auch im Detail erfüllt.

Wärmepumpen, Vakuumdämmung, Photovoltaikanlagen - Viel Hightech wurde eingebaut, um die Grund- und Werkrealschule aus den 1950er Jahren energetisch auf Vordermann zu bringen. Unter dem Strich haben die Maßnahmen im ersten Betriebsjahr rechnerisch zu einem Stromüberschuss von 42 MWh geführt. Doch arbeiten die Geräte effizient? Ergänzen sie sich gut? Fühlen sich die Nutzer wohl? Im November startet ein zweijähriges Monitoring, das diesen Fragen auf den Grund gehen soll.

Erkenntnisse aus den Detailuntersuchungen und dem Monitoring werden für eine Betriebsoptimierung und Anpassung der Gebäudeleittechnik genutzt. Ergänzt wird das Monitoring durch eine Nutzerbefragung der Schüler und Lehrer. Die Gebäudeleittechnik erfasst bereits die meisten relevanten Daten. Die für die Validierungsmessung nötigen Messpunkte werden automatisiert ausgelesen. Wo notwendig, wurde bereits während der Sanierung zusätzliche Sensorik für das Monitoring eingebaut. Auf dem Dach der Schule erfasst eine Wetterstation das Außenklima.

Die Informationen werden kontinuierlich an das Amt für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart und die Universität Stuttgart übertragen. Ergänzend lesen die Wissenschaftler entscheidende Zähler selbst ab und sichern die kontinuierliche energetische Bilanzierung. Einbezogen sind alle stromverbrauchenden Prozesse im Schulgebäude einschließlich des Nutzerstroms.

Solarstrom effizient genutzt

Eine Sanierung zum Plusenergiehaus gelingt nur mit einem energetischen Gesamtkonzept, das einen guten Wärmeschutz der Gebäudehülle mit effizienter Gebäudetechnik verbindet. Eine hochwertige Dämmung zusammen mit dreifach verglasten Fenstern reduzierte die Wärmeverluste der Uhlandschule über die Gebäudehülle um mehr als 80 Prozent. Die Gebäudetechnik basiert auf dem Energieträger Strom, sei es für Wärmepumpen, Lüftungsanlagen oder Beleuchtung. Dadurch lässt sich ein großer Teil des vor Ort erzeugten Solarstroms direkt nutzen. Auch der tagsüber stattfindende Schulbetrieb kommt diesem Konzept entgegen.

Umgesetzte Maßnahmen

  • Hochwertige Dämmung, z. T. mit Vakuumisolationspaneelen
  • Dreifach-Verglasung
  • hocheffiziente Wärmepumpen
  • 52 Erdwärmesonden mit 90 m Tiefe
  • Photovoltaikanlage mit 220 kWp (180 MWh/a)
  • Wärmeübertragung durch Flächenheizungen (Kapillarrohr-Decken- und Wandheizungen)
  • Lüftung während der Heizperiode über dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
  • sommerliche Nachtlüftung über automatisch gesteuerte Fensterflügel
  • Tageslicht- und präsenzabhängiges LED-Beleuchtungskonzept
  • Jalousien mit Lichtlenkung

Energieeffizienz macht Schule

Die Sanierung der Uhlandschule war Bestandteil der Forschungsinitiative Energieeffiziente Schulen – Eneff:Schule. Mit dieser inzwischen abgeschlossenen Initiative förderte das Bundeministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) insgesamt zwölf Demonstrationsvorhaben, davon sieben Sanierungen. Sie sollten zeigen, welche Maßnahmen technisch umsetzbar sind, wieviel Energie sich dadurch einsparen lässt und wieviel das kostet. Gleichzeitig erhob eine sozialwissenschaftliche Evaluation die Einflüsse auf das Nutzerverhalten und der Akzeptanz der Maßnahmen sowie Auswirkungen auf den Lernkomfort und den Schulalltag.

Förderkennzeichen: 03ET1602A, 03ET1602B
Schlagworte:

Letzte Aktualisierung: 14. November 2018

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