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Erstmals in Deutschland werden mit diesem Forschungsprojekt Nichtwohngebäude systematisch und umfassend erfasst. In einem schrittweisen Verfahren werden für die Modernisierung maßgebliche Daten wie Struktur und Zustand der Gebäude, energetische Qualität sowie Einflussfaktoren auf Entscheidungsprozesse erhoben. Damit wird auch das Feld für ein regelmäßiges Monitoring dieses Sektors bereitet, mit dem im weiteren Verlauf und zu vertretbaren Kosten überprüft werden kann, ob die energie- und klimaschutzpolitischen Ziele auch im Gebäudesektor erreicht werden können. Jetzt hat mit dem Screening die Pilotphase des Projekts begonnen.

Am 1. März 2017 startete die Pilotphase des Screenings im Projekt ENOB:dataNWG mit der ersten Schulung an der Bergischen Universität Wuppertal. In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Thüringen werden die ersten 5.000 Objekte aus der gezogenen Stichprobe der sogenannten Hausumringe erfasst. Dabei wurden erstmals Methoden der Geoinformatik angewandt, um die Auswahlgrundlage für die Stichprobenerhebung in der bisher unbekannten Grundgesamtheit der Nichtwohngebäude zu schaffen.

Das Screening hat zwei wichtige Funktionen in der Erhebung: Zum einen werden die Gebäude definiert und zum zweiten ihre Relevanz für die Erhebung, also die Eigenschaft ein Nichtwohngebäude zu sein,  festgestellt.

Eine Smartphone-Applikation erleichtert das Auffinden der für die Erhebung ausgewählten Gebäude und die Eingabe der Daten. Sie ist über einen Server mit der (Geo-)Datenbank und mit einer objektbezogenen Kontroll- und Anzeigeoberfläche (Web-Applikation) für Clients (Webbrowser) verbunden. Bei der Vor-Ort-Erfassung werden grundlegende Informationen erfasst: Art des Gebäudes, Nutzer, Baualter, Dachform, Zahl der Geschosse, Fassadengestaltung sowie Modernisierungstand. Hierbei werden auch Fotos von jedem Gebäude gemacht. Jedoch wird bei der Erfassung der Gebäudesituation der öffentliche Straßenraum nicht verlassen und es findet keine direkte Kontaktaufnahme mit Eigentümern oder Nutzern statt. Die räumliche Nähe des Erhebungspersonals zum Objekt wird über die Ortungsfunktion registriert und hat eine Kontrollfunktion. Die Erhebungsdaten und die Fotos werden an einen Server übermittelt und dort in einer Datenbank zentral gespeichert.

Mit der Screening-Phase sollen Daten über 50.000 Nichtwohngebäude aggregiert werden, die in den nächsten Erhebungsphasen schrittweise mit weiteren wichtigen Merkmalen ergänzt werden.

Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude

Im Projekt arbeiten das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) als Verbundkoordinator, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und das Fachgebiet Ökonomie des Planens und Bauens (BUW-ÖPB) an der Bergischen Universität Wuppertal gemeinsam an einer umfassenden Datenerhebung zum Gebäudesektor Nichtwohnungsbau in Deutschland. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Es gliedert sich in die drei Teilprojekte Stichprobenerhebung (IWU), Geodatenanalyse (IÖR) und Screening (BUW-ÖPB).
Ziel ist eine Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude, um in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unter Berücksichtigung von Datenschutzbestimmungen weiterführende Fragestellungen untersuchen zu können.

Letzte Aktualisierung: 1. März 2017

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