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Für die Steuerung der Energiewende braucht es belastbare Daten aus allen Sektoren. Das gilt auch für den Gebäudesektor. Mit diesem Forschungsprojekt werden Nichtwohngebäude systematisch und umfassend erfasst. In einem schrittweisen Verfahren werden für die Modernisierung maßgebliche Daten wie Struktur und Zustand der Gebäude, energetische Qualität sowie Einflussfaktoren auf Entscheidungsprozesse erhoben. Jetzt startet die Hauptphase der Erhebung. Die Forscher hoffen auf eine möglichst breite Mitwirkung der Eigentümer von Nichtwohngebäuden.

Während Wohngebäude im Zensus und in der Bautätigkeitsstatistik gut erfasst sind, fehlen zu allen Gebäuden, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden, detaillierte Daten zu Struktur und energetischem Zustand. In einem groß angelegten Projekt soll mit ENOB:dataNWG eine Datenbasis für Nichtwohnungsgebäude entstehen, um die Lücken in der Gebäudestatistik zu schließen. In dem Forschungsprojekt werden klassische Methoden der Stichprobenerhebung mit den neuen Möglichkeiten der Geoinformatik auf Basis georeferenzierter Hausumringe kombiniert. Durch diesen neuen Ansatz soll der gesamte Sektor der Nichtwohngebäude statistisch belastbar erfasst werden.

Nach der Pilotphase startet die Erhebung jetzt bundesweit

Vor etwa einem Jahr begann die Pilotphase in einem dreistufigen Erhebungsverfahren mit Screening, Breitenerhebung und Tiefenerhebung. In 20 Erhebungsbezirken in Nordrhein-Westfalen und Thüringen wurde das Erhebungsdesign getestet. Nicht alles hat sofort funktioniert, einige Hürden waren zu meistern. Dazu wurden das Design der Stichprobe optimiert, der Fragebogen für die Interviews präzisiert, Routinen zur Qualitätssicherung auf allen Stufen entwickelt und die Akquisition von Personal für das Screening verbessert. Die Tiefenerhebung als dritte Stufe mit einer Vor-Ort-Datenerhebung durch qualifizierte Energieberater wurde konzipiert und ebenfalls getestet. Die Forscher sind nach Abschluss dieser Pilotphase überzeugt, dass die Erhebungsmethode und die Datenorganisation funktionieren.

Jetzt geht es um den Kern des Projekts: Mit etwa 10.000 Interviews mit Eigentümern von Gebäuden soll die Erhebung auf ganz Deutschland ausgeweitet und so auf eine ausreichend breite Basis gestellt werden. Ziel der Interviews sind verfeinerte Strukturdaten sowie Informationen zum Wärmeschutz, zur Gebäudetechnik, zu den Eigentümerstrukturen und zum Bewirtschaftungsverhalten.

Ziel 10.000 Interviews – mitmachen erwünscht

Mit der jetzt gestarteten Befragung wurde das Institut für Markt- und Sozialforschung (IFAK) beauftragt. Bundesweit werden etwa 10.000 Interviews telefonisch oder per Online-Fragebogen geführt. Selbstverständlich werden die Datenschutzbestimmungen eingehalten. Projektleiter Michael Hörner vom Darmstädter Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hofft, dass möglichst viele der angesprochenen Gebäudeeigentümer mitmachen. Denn je breiter die Basis der Stichprobenerhebung, desto besser und aussagekräftiger sind die Daten. Diese sollen am Ende des Projekts öffentlich zugänglich gemacht werden – für Energie- und Immobilienexperten in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
 

Info: Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude

Im Forschungsprojekt EnOB:dataNWG arbeiten das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) als Verbundkoordinator, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und das Fachgebiet Ökonomie des Planens und Bauens (BUW-ÖPB) an der Bergischen Universität Wuppertal gemeinsam an einer umfassenden Datenerhebung zum Gebäudesektor Nichtwohnungsbau in Deutschland. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Es gliedert sich in die drei Teilprojekte Stichprobenerhebung (IWU), Geodatenanalyse (IÖR) und Screening (BUW-ÖPB).

In den vergangenen Jahrzehnten wurde bereits mehrfach der Versuch unternommen, die Wissenslücken zum Umfang, zur Struktur und zum Energiebedarf von Nichtwohngebäuden zu schließen. Quantitative Angaben zum mengen- und flächenmäßigen Bestand wurden dabei jedoch überwiegend für Teilsektoren ermittelt, wobei sowohl sekundärstatistische Analysen als auch vereinzelte, nicht repräsentative Befragungen zum Einsatz kamen. Die methodische Qualität dieser Einzelerhebungen erlaubt jedoch keine erwartungstreue Hochrechnung auf die Gesamtheit aller Nichtwohngebäude in Deutschland. Mit den Fortschritten in der Geoinformatik konnte dieses Problem nun gelöst werden, sodass eine repräsentative Stichprobenerhebung möglich wird. Ziel ist eine Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude, um mit den erhobenen Daten weiterführende Fragestellungen für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft untersuchen zu können.

Mehr dazu unter www.datanwg.de

Förderkennzeichen: 03ET1315A, 03ET1315B, 03ET1315C
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Letzte Aktualisierung: 26. Juni 2018

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