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Letzten Freitag endete in Berlin die erste Jahreskonferenz des Forschungsnetzwerks „Energie in Gebäuden und Quartieren“. Mit der zweitätigen Veranstaltung des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) initiierten Netzwerks sollten wichtige Forschungsthemen identifiziert und die Akteure vernetzt werden. Kern des Zusammentreffens der mehr als 200 Teilnehmer aus Forschung, Wirtschaft, Verbänden und Politik war ein offener Ideenaustausch an zehn Themenständen. Die vielfältigen Anregungen sollen inhaltliche Impulse geben für die künftigen Förderstrategien im Rahmen der Energieforschung.

Professor Diethard Mager, Unterabteilungsleiter "Wärme und Effizienz in Gebäuden, Forschung" im BMWi, eröffnete die Jahreskonferenz und ging in seiner Rede insbesondere auf die Rolle der Energieforschung bei der grundlegenden Neugestaltung der Energieversorgung in Deutschland ein. „Im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erarbeiten wir eine Energieeffizienzstrategie Gebäude, die Wege zum nahezu klimaneutralen Gebäudebestand aufzeigen wird. Und mit dem neuen Forschungsnetzwerk Energie in Gebäuden und Quartieren flankieren wir diese Maßnahmen durch gezielte Bündelung von praxisnahen Forschungsfeldern und einer intensiven Vernetzung von Themen und Akteuren", erklärte Mager.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion erörterten Experten aus Wissenschaft und Praxis ihre Standpunkte und Ideen zum Thema „Energiewende in Gebäuden und Quartieren in Zeiten sinkender Energiepreise“. Das Spektrum der Beiträge reichte von dem sich fortsetzenden Digitalisierungstrend in Gebäuden bis hin zu Feedback-Mechanismen für die Gebäudenutzer, die für den Erfolg von Energieeffizienz-Konzepten als notwendig erachtet wurden. Außerdem wurde die Bedeutung modellhafter Projekte in Quartieren hervorgehoben, um den Gebäudesektor in größerem Maßstab sanieren und energieeffizient gestalten zu können.

Markt der Ideen

Inspiriert durch diese Debatte hatten die Teilnehmer Gelegenheit, ihre Ideen mit Blick auf zukünftige Forschungsstrategien einzubringen und sich darüber auszutauschen. Die Themen reichten von Architektur- und Planungsthemen über das Nutzerverhalten in Gebäuden, der Energieinfrastruktur in Quartieren bis hin zu neuen Förderformaten und Wettbewerben und Konzepten für einen effektiven Innovationstransfer.

Aus den vielen Ideen und Vorschlägen wurden 30 ausgewählt, woraus die Teilnehmer per Abstimmung die neun wichtigsten Themenfelder priorisieren konnten. Diese sollen nun in Form von Arbeitsgruppen weiter vertieft und ausgearbeitet werden.

Die Arbeitsgruppen des Forschungsnetzwerks:

  1. Schnittstelle Mensch-Technik
  2. Urbane Energie-Infrastruktur
  3. Energie-Monitoring und Diagnoseverfahren
  4. Lebenszyklusanalysen für Gebäude und Baumaterialien
  5. Planungswerkzeuge
  6. Adaptive und aktive Fassaden
  7. Gebäudesystemtechnik (Strom/Wärme/LowEx)
  8. Neue Förderformate und Wettbewerbe
  9. Aus- und Weiterbildung sowie Qualifizierung des Handwerks

Neue Förderinitiative ab 2016

Am zweiten Tag der Veranstaltung stellte Dr. Rodoula Tryfonidou, die im BMWi zuständige Referentin für die Energieforschung im Bereich Gebäude und Quartiere, erste Eckpunkte der geplanten Förderinitiative „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ vor. Dabei geht es künftig stärker um systemorientierte Forschungsansätze, um eine technologieübergreifende Kopplung von Themen und um die interdisziplinäre Zusammenarbeit. In ausgewählten Themen werden europäische Kooperationen und die Zusammenarbeit mit den Bundesländern forciert. Die neue Förderinitiative soll im Jahr 2016 starten. Neben dem BMWi haben das Bundesforschungsministerium (BMBF) und das Bundesumweltministerium (BMUB) ihre Beteiligung signalisiert.

Zum Auftakt der Arbeiten im Forschungsnetzwerk startet auch ein Wettbewerbsverfahren für die neue wissenschaftliche Begleitforschung des Forschungsbereichs „Energie in Gebäuden und Quartieren“. Diese wird zum Bestandteil des Forschungsnetzwerks und soll bisherige Aktivitäten einzelner Forschungsinitiativen bündeln und weiterentwickeln.

Zur Bekanntmachung zum Wettbewerbsverfahren (PDF, 13 Seiten, 155 kB)

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Forschungsnetzwerk finden sich auf der Webseite des Forschungsnetzwerks Energie in Gebäuden und Quartieren.

Letzte Aktualisierung: 1. April 2017

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