Menü

Gemeinsam mit Auszubildenden haben Studierende der Energiesystemtechnik der Hochschule Offenburg anspruchsvolle Heiz- und Klimatechnik für einen Seecontainer geplant und dort eingebaut. Leicht zu transportieren und mit klarer Außenform eignet sich dieser gut, um auf Messen und Ausstellungen über energieeffiziente Gebäudetechnik zu informieren. 

Die angehenden Planer sollten im Pilotprojekt „SHK4FutureEnergysystems“ einen Container in einen Informationspunkt umbauen. Auf Basis erneuerbarer Energien soll dieser dem Null-Energie-Standard entsprechen und gleichzeitig transportabel sein sowie den Ansprüchen an Wohnkomfort genügen. Den nun fertig ausgebauten Seecontainer werden die Projektpartner ab August um ein Monitoring-System ergänzen. Zukünftig wird dieser auf Messen und Ausstellungen zum Einsatz kommen, um die dort eingebaute innovative Gebäudetechnik zu demonstrieren. Auf diese Weise sollen potentielle Studierende und Auszubildende für die Fachrichtung begeistert werden.

Der Container mit fertig eingebauter Heiz- und Klimatechnik befindet sich aktuell noch auf dem Gelände der Hochschule Offenburg. Hier wurde er unter anderem von außen mit Graffiti besprüht, um auf Messen und Ausstellungen optisch ansprechend auszusehen. Vorne rechts sieht man den 300 Liter fassenden Kaltwasserspeicher.

© Fraunhofer ISE

Beim Umbau des Containers arbeiteten Studierende der Hochschule Offenburg und Berufsschülerinnen und –schüler im Schwerpunkt Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule eng zusammen. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE begleiteten sie dabei. Die Handwerkskammer Freiburg stellte ihre Infrastruktur für den Umbau des Containers bereit.

Wissenschaftler analysieren wie Planer und Handwerker zusammenarbeiten

Wichtigstes Ziel des Projektes war es, die Zusammenarbeit zwischen angehenden TGA-Planern und SHK-Handwerkern zu fördern und zu erforschen: „Damit die gewerkeübergreifende Zusammenarbeit bei anspruchsvoller SHK-Systemintegration funktioniert, ist ein gemeinsames Verständnis voneinander sehr wichtig“, erklärt Teilprojektleiter und Initiator des Projektes Robert Meyer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Sozialwissenschaftler führten im Verlaufe des Projektes Interviews mit den Teilnehmenden. Sie fragten diese nach ihren Erwartungen an das Projekt und an die anderen Beteiligten und untersuchten wie sich ihre Sicht auf diese im Laufe der Arbeiten gewandelt hat. Aus den ersten Ergebnissen der Befragung lässt sich bereits ein positives Fazit ziehen. Aktuell werten die Forschenden weitere Daten aus.

Kälte- und Wärmeversorgung miteinander kombiniert

Eine besondere Herausforderung für die angehenden Planer und Handwerker war es, neben der Wärmebereitstellung auch eine Kühlung zu ermöglichen. Dafür setzten sie eine modulierende Sole/Wasser-Geschosswärmepumpe ein. Diese versorgt den Container über Rohre in Fußboden oder Decke mit Wärme oder Kälte. Als Energiequelle dient eine photovoltaisch-thermische (PVT) Hybridanlage mit vier Kollektoren, die auf knapp 8m² Dachfläche installiert sind. Die Leistung beträgt 1,3 kW Peak. Der PV-Teil der Module liefert der Wärmepumpe die erforderliche elektrische Energie. Die elektrische Kopplung der Module mit einem 8 kWh Batteriespeichersystem sorgt dafür, dass der Container autark betrieben werden kann. Der solarthermische Teil der Module wird im Heizbetrieb als Quelle der Wärmepumpe verwendet.

Ein Auszubildender installiert die Rohrleitungen. Im Kühlfall wird die Kälte im Kaltwasserspeicher (rechts) zwischengespeichert bevor sie über die Kühldecken an den Raum abgegeben wird. Die zeitgleich erzeugte Wärme wird im 300 Liter Heizungspufferspeicher (links) zwischengespeichert und nachts über die Dachkollektoren abgegeben.

© Fraunhofer ISE

Für den Kühlbetrieb wurde eine hydraulische Umschaltung eingebaut. Wenn gekühlt werden soll, werden jeweils ein 300 Liter fassender Kaltwasserspeicher auf der Quellseite der Wärmepumpe und ein Heizungspufferspeicher auf der Senkenseite eingebunden. Die Entladung des Heizungspufferspeichers erfolgt zeitversetzt in den kühlen Abend- und Nachtstunden über die Module auf dem Dach. Das neu eingebaute Monitoring-System soll das Gesamtkonzept für Interessierte nachvollziehbar darstellen.

Letzte Aktualisierung: 19. Juli 2019

Thematisch verwandte Projekte

Diese Webseite verwendet sogenannte Cookies zur Optimierung der Ansicht und aller Funktionen. Für die Nutzungsanalyse wird Matomo verwendet. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Wenn Sie der Nutzungsanalyse widersprechen oder mehr über Cookies erfahren möchten, klicken Sie bitte auf die Datenschutzerklärung .

OK