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Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme führte im Frühsommer 2017 eine deutschlandweite Umfrage zur Akzeptanz eines netzdienlichen Gebäudebetriebs durch. Befragt wurden Eigentümer und Betreiber von Neubau- und Bestandsgebäuden der Sektoren Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Mit der Umfrage sollte ausgelotet werden, auf Basis welcher Motivation die Betreiber für einen netzdienlichen Anlagenbetrieb zu gewinnen sind. Jetzt liegen die Umfrageergebnisse vor.

Wie können einzelne Gebäudebetreiber dazu beitragen, die Energiewende voranzubringen? Um das herauszufinden, erforscht und entwickelt das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE netzdienliche Betriebsführungsstrategien: Im Kleinen zielen diese Strategien darauf ab, die Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden energieeffizient zu gestalten. Im Großen betrachtet, können sie künftig dazu beitragen, erneuerbare Energien erfolgreich in Strom- und Wärmenetze zu integrieren. Wichtiger Teil des Projektes ist es, die Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen und die Einstellung diesen Strategien gegenüber zu erfassen. 

Online-Umfrage mit positiver Resonanz

In einer deutschlandweiten Online-Umfrage, hat das Fraunhofer ISE untersucht, wie hoch die Bereitschaft von Unternehmen im Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD) ist, das Prinzip Netzdienlichkeit umzusetzen. Ebenso sollte herausgefunden werden, welche Faktoren diese Handlungsbereitschaft verstärken oder vermindern.

Befragt wurden insgesamt 93 Personen aus dem Projekt-, Gebäude- und Energiemanagement, sowie Vertreter des mittleren und oberen Managements. Fast die Hälfte der Befragten ist in der Dienstleistungsbranche mit Bürogebäuden befasst, aber auch Handel, Gastronomie, Bildung und Gesundheitswesen waren vertreten. 21 Prozent der Teilnehmer kommen aus der Industrie.

Netzdienlichkeit ist im GHD-Sektor noch kein echtes Thema. Dennoch hat bereits etwa ein Viertel der befragten Unternehmen konkrete Pläne zu einer Implementierung. Und fast die Hälfte nimmt an, dass Netzdienlichkeit in den nächsten Jahren auf die Agenda der Unternehmensentscheidungen kommt. Unternehmen, deren Strategie von Innovations- und Risikobereitschaft geprägt ist und deren Unternehmensführung auch durch volkswirtschaftliche oder gesellschaftliche Aspekte beeinflusst wird, sind offenbar eher bereit, den Betrieb Ihrer Gebäude netzdienlich zu gestalten.

Bereitschaft zu netzdienlichem Gebäudebetrieb

54 Prozent der Teilnehmer geben an, dass ihr Unternehmen eine netzdienliche Betriebsführung unterstützen würde, auch wenn damit keine wirtschaftlichen Vorteile erzielt werden können. Das überrascht schon. Hingegen beeinflussen technische Ressourcen von Unternehmen die Kooperationsbereitschaft nicht signifikant. Vielmehr sind Einstellungen und Haltungen zu gesellschaftlich-politischen Themen entscheidend für die Bereitschaft, sich für die Netzdienlichkeit der eigenen Gebäude zu engagieren.

Die Macher der Studie "Netzdienlichkeit im GHD-Sektor" wollen daher das Thema Netzdienlichkeit von Gebäuden stärker in das allgemeine Bewusstsein gerückt wissen und als Chance für die Ziele Energiewende und Klimaschutz öffentlich herausstellen. Ein Instrument hierfür komme ein bundesweites Logo oder Zertifikat infrage, das zu etablieren sei und netzdienlich operierende Unternehmen auszeichne. Das Thema Netzdienlichkeit könne und sollte aber auch in der Nachhaltigkeitszertifizierung integriert werden.

Ein Risiko, das in der Befragung immer wieder geäußert wurde, war die Befürchtung eines Kontrollverlusts über die eigenen Anlagen und dadurch mögliche Betriebsausfälle oder Komforteinbußen. Dass diese Sorgen oft unbegründet sind, sollte mit einer geeigneten Informationsoffensive gezeigt werden. Zudem sei eine regulative Umgestaltung des Strommarktes notwendig, um den Markt für Flexibilitätsprodukte auf den verschiedenen Netzebenen zu stärken und neue Handlungsoptionen für Energiedienstleister zu eröffnen. Diese könnten es den Unternehmen ermöglichen, finanzielle Anreize und Spielräume etwa über variable Stromtarife anzubieten.

Förderkennzeichen: 03ET1359A, 03ET1359B, 03ET1359C, 03ET1359D, 03ET1359E
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Letzte Aktualisierung: 4. Oktober 2017

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