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Am 11. und 12. Mai trafen sich Projektleiter und -beteiligte, das Begleitforschungsteam sowie Vertreter des Projektträgers Jülich zum 9. EnEff:Stadt Projektleiter-Meeting in Aachen. Den rund 70 Teilnehmern wurden neben den verschiedenen Forschungsprojekten, an denen die RWTH Aachen beteiligt ist, das Thema "Abwasserwärmenutzung" am Beispiel des Stuttgarter Neckarparks vorgestellt. Im Zentrum stand jedoch der Erfahrungsaustausch.

Diskutiert wurde in parallelen Arbeitsgruppen zu Querschnittsthemen, die teilweise auf den Diskussionen des Wüstenroter Projektleiter-Meetings im November aufbauten. Sie behandelten elektrische Energiesysteme, den Projekterfolg beeinträchtigende Hemmnisse sowie Lessons Learned zu Technologien und Wirtschaftlichkeit von Effizienzmaßnahmen in den EnEff:Stadt-Projekten. Nach der Begrüßung durch den Gastgeber, das E.ON Energy Research Center der RWTH Aachen, wurden die Aktivitäten und Planungen des neuen Forschungsnetzwerks "Energie in Gebäuden und Quartieren" vorgestellt. Es soll als transparente Schnittstelle zwischen Forschung, Praxis und Politik neue Forschungsstrategien und künftige Forschungswettbewerbe beratend vorbereiten. Dazu wurden im Rahmen der Jahreskonferenz Ende März thematische Arbeitsgruppen gebildet. Ein erster Impuls wird die ab 2016 geplante neue Förderinitiative „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ sein. Sie soll systemorientierte Forschungsansätze, eine technologieübergreifende Kopplung von Themen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit forcieren.

Erfahrungsaustausch in Arbeitsgruppen - von elektrischen Netzen bis zum Stakeholder-Management

In der Arbeitsgruppe "Elektrische Energiesysteme" wurde die grundlegende Diskussion des Wüstenroter Meetings darüber, welche Aspekte der elektrischen Energieversorgung aus Sicht der Projekte von Interesse sind und welche Informationen dazu benötigt werden, fortgeführt und konkretisiert. Nun ging es vor allem um Markt- und Netzaspekte: Welche Geschäftsmodelle werden erwartet? Wie ist die künftige Rolle der Netzbetreiber definiert? Und welche Eingangsdaten, Modelle und Szenarien sind für orts- und nutzerangepasste Smart Grids erforderlich?

Die zweite Arbeitsgruppe drehte sich um die Schlussfolgerungen aus anlagen- und bautechnischen Maßnahmen in den EnEff:Stadt-Projekten ("Lessons Learned II: Technologien und Wirtschaftlichkeit"). Die aus den Projekt-Zwischenberichten extrahierten 14 Energietechniken wurden hinsichtlich Planungs- und Installationsaufwand, Betriebserfahrungen sowie Kosten und Ertrag kritisch diskutiert. Breiten Raum nahm das Thema "BHKW und Netze" ein: Ist der KWK-Einsatz nur Übergangslösung oder eine langfristige Option? Auch wurde dringender Bedarf an einem Leitfaden "Lüftung im Wohnungsbau" deutlich.

Eine weitere Arbeitsgruppe widmete sich der ersten Querauswertung von EnEff:Wärme-Projekten. Diese vermittelte einen Überblick über deren Ziele und Vorgehen sowie über die Integration neuer Technologien und technischer Detaillösungen in Netzstrategien und Stadtentwicklungskonzepte. Thema war auch der Bezug zur Partnerinitiative EnEff:Stadt bzw. der Nutzen für Stadtenergieprojekte. Klar wurde, dass die Querauswertung durchaus Hilfestellung für EnEff:Stadt-Projekte geben kann. Voraussetzung dabei ist allerdings eine integrale Planung von Wärmenetzen, die in kommunale Planungsprozesse einbezogen ist.

In der Arbeitsgruppe "Hemmnisse und Erfolgsfaktoren" - bereits in Wüstenrot aktiv - wurden Erfahrungen im Umgang mit Hemmnissen in Planung, Umsetzung und Verstetigung von Effizienzmaßnahmen aufgearbeitet und Lösungsansätze aus den Projekten vorgestellt. Als Leitsatz wurde offenkundig: Energieeffizienz funktioniert nur, wenn der Mensch mitmacht. Schon in der Phase der Projektskizze sollten potenzielle Akteure eingebunden und vorhandene Motivation genutzt werden. Neben der Veröffentlichung sollten wichtige Projektergebnisse und Erfahrungen in die Lehre einfließen, damit künftige Planer und Architekten lernen, integral zu denken und zu handeln. Und nicht zuletzt: Es ist "einfache", nachvollziehbare Technik erforderlich, die vom Nutzer akzeptiert wird. Hierbei kann Visualisierung helfen.

Das 10. Projektleiter-Meeting wird am 10./11. November an der Leuphana Universität in Lüneburg stattfinden.

Die Vorträge des 9. Projektleiter-Meetings zum Download:

RWTH Aachen University E.ON Energy Research Center
Prof. Dr. Dr. Rik W. De Doncker, RWTH Aachen

Gebäude- und Raumklimatechnik am E.ON ERC der RWTH Aachen
Prof. Dr. Dirk Müller, RWTH Aachen

Forschungsnetzwerk Energie in Gebäuden und Quartieren
Kerstin Lorenz, Projektträger Jülich

Modellstadt25+ / Lampertheim effizient
Tobias Falke, RWTH Aachen

Netzreaktive Gebäude
Sebastian Stinner, RWTH Aachen

Bottrop Welheimer Mark
Jan Schiefelbein, RWTH Aachen

Auswirkungen des Reboundeffektes bei der Sanierung von Bestandswohngebäuden
Tanja Osterhage, Davide Calì, RWTH Aachen

EnEff:Campus – Entwicklung eines integralen Planungshilfsmittels
Prof. Dr. Dirk Müller, Marcus Fuchs, Moritz Lauster, Jens Teichmann, alle RWTH Aachen

Abwasserwärmenutzung in Stuttgart
Dr. Jürgen Görres, Landeshauptstadt Stuttgart

Die Arbeitsgruppen:

Arbeitsgruppe "Elektrische Energiesysteme: Markt- und Netzaspekte"
Zusammenfassung und Ergebnisse

Arbeitsgruppe "Lessons Learned II: Technologien und Wirtschaftlichkeit"
Zusammenfassung und Ergebnisse

Arbeitsgruppe "Querauswertung EnEff:Wärme-Projekte"

Impulsvortrag Dr. Heiko Huther, AGFW
"Wärmenetze zur effizienten Versorgung von Quartieren – Chancen und Hemmnisse"

Impulsvortrag Matthias Schnier, Fraunhofer UMSICHT
"Querauswertung EnEff:Wärme-Projekte - Überblick und Erfahrungsaustausch"

Impulsvortrag Rafael Botsch, Hochschule Rosenheim
"Konversionsgelände Bad Aibling"

Impulsvortrag Jens Teichmann, RWTH Aachen
"Campus Aachen - Ganzheitliche Quartiersoptimierung mit dynamischer Simulation"

Zusammenfassung, Erkenntnisse

Arbeitsgruppe "Hemmnisse - bedeutender Faktor für den Projekterfolg"

Impulsvortrag Dr. Markus Ewert, Imtech Deutschland
"Hemmnisse im Projekt Bottrop Welheimer Mark"

Impulsvortrag Tanja Osterhage, RWTH Aachen
"Nutzererfahrungen bei der Sanierung von Bestandswohngebäuden"

Zusammenfassung und Ergebnisse

Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2019

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