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Kurztitel: Intracting an Hochschulen (IntrHo)
Förderkennzeichen: 03ET1323A
Status: Laufend
Laufzeit: 10/2015 bis 09/2020
Themen: Wirtschaftlichkeitsanalysen, Modellierung & Simulation
Standort: Gottschalkstraße 28, 34109 Kassel
Innovation: Alternatives Finanzierungs- und Organisationsmodell zur Verstetigung von Energieeffizienzsteigerungen an Hochschulen
Schlagworte:

Quintessenz

  • Übertragung des in Kommunen erprobten Finanzierungsmodells Intracting auf Hochschulen
  • Intracting untertstützt das hochschulinterne Energiemanagement, um wirtschaftliche Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebestand zu erschließen
  • Finanzierungsinstrument erschließt Haushaltsmittel und entlastet den Hochschuletat von Energiekosten
  • Konzepte und Simulationstool für die strategische Planung und Ausgestaltung werden an fünf Hochschulstandorten erprobt

    Das Forschungsprojekt überträgt das in Kommunen erprobte Finanzierungsmodell des Intractings auf die besonderen Bedingungen von Hochschulen. Damit soll das hochschulinterne Energiemanagement unterstützt, wirtschaftliche Energiesparmaßnahmen erschlossen und die Hochschulhaushalte von Energiekosten entlastet werden. Die Universität Kassel und vier weitere Hochschulen werden die im Projekt erarbeiteten Implementierungskonzepte und das für die strategische Planung und Ausgestaltung des Intractings entwickelte Simulationswerkzeug erproben.

    Projektkontext

    Der finanzielle Engpass vieler Städte verhinderte oft, dass sinnvolle und notwendige Investitionen für mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand durchgeführt werden konnten. In Stuttgart und einzelnen weiteren Kommunen wurde seit Mitte der 1990er Jahre ein neues  Finanzierungsinstrument entwickelt, das den Gedanken des Contractings aufgreift, aber ausschließlich mit städtischen Haushaltsmitteln operiert. Das sogenannte Intracting wird in der kommunalen Praxis inzwischen mit wachsendem Erfolg eingesetzt. Das Forschungsprojekt IntrHo will diesen in Kommunen erprobten Ansatz auf die besonderen Bedingungen von Hochschulen übertragen.

    An Hochschulen werden selbst hochwirtschaftliche Energiesparmaßnahmen vielfach nicht umgesetzt. Es fehlen der Hochschulverwaltung häufig sowohl das Personal als auch die finanziellen Mittel für die erforderlichen Investitionen. Zudem konkurrieren diese mit Investitionen in Lehre, Forschung oder in notwendige Verwaltungsaufgaben. Auf dieses Dilemma zwischen langfristigen Zielen und kurzfristigen Zwängen bei der Mittelvergabe fokussiert das Projekt. Ziel ist es, mit dem Intracting ein anwendungsorientiertes, übertragbares Konzept zu entwickeln und zu erproben. Es soll das hochschulinterne Energiemanagement in die Lage versetzen, kontinuierlich an der Effizienzsteigerung der Hochschulgebäude zu arbeiten und somit vorhandene Energieeinsparpotenziale zu erschließen.

    Forschungsfokus

    Es wird untersucht, wie das Intracting-Modell an Hochschulen implementiert werden kann, um wirtschaftliche Energiesparmaßnahmen zu erschließen und die Hochschulhaushalte von Energiekosten zu entlasten. Neben den methodischen Fragen werden Simulationswerkzeuge entwickelt, mit denen die Implementierung unter hochschulspezifischen Randbedingungen visualisiert und optimiert werden kann.

    Zentrale Idee und Ansatz

    Intracting basiert auf der Re-Finanzierung von Energiesparmaßnahmen aus durch energetische Verbesserungen eingesparten Geldmitteln. Dazu ist es erforderlich, einen besonderen vom sonstigen Haushalt getrenntes Budget – an Hochschulen z.B. eine „Kostenstelle Intracting“ – einzurichten, die mit einer einmaligen Anschubfinanzierung ausgestattet wird. Mit dieser werden erste Maßnahmen finanziert, die mit der Zeit zu Energiekosteneinsparungen führen. Sie werden der Kostenstelle Intracting gutgeschrieben. Damit können wiederum neue Maßnahmen finanziert werden. Bei richtiger Ausgestaltung, Einführung und Anwendung werden somit finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche energetische Modernisierung von Gebäuden geschaffen.

    Schematische Darstellung des Intracting-Modells an Hochschulen

    © Universität Kassel, Fachgebiet Technische Gebäudeausrüstung

    Einsatzzweck und Zielsetzung

    Einsatzgebiet Energiemanagement
    Perspektiven Kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz, Leitfaden zur bundesweiten Implementierung des Intracting-Konzepts
       
    Methoden-/Konzepttyp Beschreibung, Kommentar
    Modellierung & Simulation Zeitliche Entwicklung der Intracting-Kostenstelle unter unterschiedlichen Randbedingungen
    Monitoring & Bilanzierung Implementierung und Anwendung von Intracting an der Universität Kassel
    Wirtschaftlichkeitsanalysen Priorisierung von sinnvollen Intractingmaßnahmen
    Betriebsoptimierung Zusammenstellen existierender Maßnahmen
    Mensch-Technik Zusammenstellen von Maßnahmen zur Motivation von Verwaltung, Fachgebieten und Studierenden

    Erprobung und Anwendung

    Für die Universität Kassel und vier weitere Hochschulen werden beispielhaft Implementierungskonzepte durch die jeweiligen Energieabteilungen erstellt. Dadurch wird ein möglichst breites Spektrum hochschulspezifischer Randbedingungen abgedeckt. Zusätzlich werden die fünf Hochschulen das im Projekt entwickelte Simulationswerkzeug für die strategische Planung und konzeptionelle Ausgestaltung des Intracting-Ansatzes erproben. Neben dem Forschungsvorhaben wird Intracting an der Universität Kassel eingeführt. Die Erfahrungen aus der Anwendung in Kassel fließen in das Forschungsprojekt ein. Umgekehrt werden die im Forschungsprojekt erarbeiteten allgemeinen Konzepte, Methoden und Werkzeuge an den fünf Hochschulstandorten in der Umsetzung getestet.

    Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2017

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