Menü
Kurztitel: Drei-Prozent-Projekt
Förderkennzeichen: 03ET4017A, 03ET4017B, 03ET4017C
Status: Laufend
Laufzeit: 08/2015 bis 07/2018
Themen: Sanierung von Einzelgebäuden, Quartierskonzepte, Sanierung von Siedlungen, Planung & Auslegung, Mensch & Technik
Innovation: Entwicklung des „SFQ Sanierungsfahrplan für Quartiere“ als Kommunikations- und Mobilisierungsinstrument für Kommunen.Entwicklung eines Ansprache- und Kommunikationsmodells.Analyse und Entwicklung innovativer Förder- und Finanzierungsinstrumente.

Quintessenz

  • Projekt unterstützt Kommunen, langfristige Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen und ihre Sanierungsrate zu erhöhen
  • Entwicklung eines Kommunikations- und Mobilisierungsinstruments für Kommunen „SFQ Sanierungsfahrplan für Quartiere“
  • Partizipation und Kommunikation mit Eigentümern und weiteren Akteuren in drei Modellquartieren
  • Analyse und Entwicklung innovativer Förder- und Finanzierungsinstrumente

Bisher liegt die Sanierungsrate im Gebäudebestand in Deutschland bei rund einem Prozent. Wie lässt sich die jährliche Sanierungsrate deutlich steigern, etwa auf drei Prozent? Gemeinsam mit Kommunen untersuchen drei Verbundpartner die Hemmnisse und entwickeln angepasste Lösungsansätze. Dies sind Sanierungspläne für unterschiedlich strukturierte Modellgebiete, innovative Förder- und Finanzierungsinstrumente sowie Kommunikations- und Mobilisierungsinstrumente. Die entwickelten Instrumente und Methoden sollen Kommunen helfen, bisher nicht genutzte Sanierungspotenziale zu erschließen.

Projektkontext

Die Bundesregierung möchte bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Dafür soll die Sanierungsrate von derzeit ein Prozent auf jährlich zwei Prozent verdoppelt werden. Da gebäudebezogene Ansätze bisher nicht ausgereicht haben, um die angestrebte Sanierungsaktivität zu erreichen, werden im Drei-Prozent-Projekt Sanierungsfahrpläne für die kommunale Quartiersebene bis 2018 entwickelt.

An dem Verbundforschungsprojekt arbeitet der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. gemeinsam mit der Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH und der Hochschule für Technik Stuttgart. Zudem sind die Kommunen Ludwigsburg, Aachen und Mühltal beteiligt. Das Projekt bringt Erkenntnisse in den Annex 63 „Implementation of Energy Strategies in Communities“ der internationalen Energieagentur (IEA) ein.

Forschungsfokus

Wer sich die Frage stellt, warum die energetische Sanierung nicht besser vorangeht, sollte zunächst wissen, wer welchen Einfluss darauf hat. Ein Forschungsschwerpunkt liegt daher in der Kommunikation zwischen allen lokalen Akteuren, die einen Beitrag zur Umsetzung der Energie- und Klimaschutzziele im Gebäudebereich leisten können.

Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Erreichen der im Energiekonzept verankerten Klimaschutzziele. Als operatives Instrument zur Eigentümermobilisierung sollen Sanierungsfahrpläne Kommunen die Möglichkeit geben, einen eigentümerspezifischen Quartieransatz in Zukunft methodisch zu verfolgen und damit Synergien für Energieeffiziente Sanierung zu schaffen, die bisher nicht ausgeschöpft wurden.

Darüber hinaus sind in der Vergangenheit viele technisch anspruchsvolle Vorhaben im Bereich energetische Sanierungen an der Zustimmung und Akzeptanz der Haus- und Wohnungseigentümer gescheitert. Um die Akzeptanz energetischer Sanierungen nachhaltig zu erhöhen, ist es notwendig, zunächst die Stellschrauben zu identifizieren, die die individuelle Einstellung zu diesem Thema beeinflussen können. Über diese Stellschrauben kann nicht nur die Einstellung, sondern auch das Verhalten im Kontext energetischer Sanierung positiv verändert werden. Einfluss auf relevante Stellschrauben, wie z. B. die Wahrnehmung der Kosten, Risiken und Vorteile energetischer Sanierungsmaßnahmen, kann durch eine frühzeitige und umfassende Kommunikation genommen werden. Kommunikation als kritischer Erfolgsfaktor bildet daher im drei Prozent Projekt - neben Aspekten der technischen Innovation und Machbarkeit sowie der Wirtschaftlichkeit und Finanzierung - einen thematischen Schwerpunkt.

Die drei Modell-Quartiere in Aachen-Brand, Ludwigsburg-Schlösslesfeld und Mühltal Nieder-Beerbach unterscheiden sich deutlich in Umfeld und Größe, Gebäudebestand und Energieversorgung.

© B.&S.U. Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH

Quartierskonzept

In mehr als 40 Interviews mit lokalen Akteuren (öffentliche Verwaltungen, Stadtwerke, Mieter- und Hausbesitzervereine, Finanzinstitutionen, öffentliche und freie Wohnungswirtschaft, Energieagenturen- und Netzwerke, Handwerkervereinigungen…) wurde deutlich dass die Treiber und Hemmnisse energetischer Sanierung je nach Eigentümertyp unterschiedlich sind.

Ausgehend davon werden energieeffiziente Sanierungsfahrpläne für kommunale Quartiere, angepasst an Problemlagen und Eigentümergruppen methodisch und operativ von der B.&S.U. mbH im Vorhaben entwickelt, um unterschiedliche Zielgruppen zu motivieren und noch ungenutzte Energieeffizienzpotenziale zu mobilisieren. Konkretes Ziel ist die Erstellung eines übertragbaren Handlungsleitfadens für Städte und Gemeinden zum erfolgreichen Einsatz des Instruments „energetischer Sanierungsfahrplan“. Hierzu werden für die nächsten 10 Jahre konkrete Effizienzziele und Maßnahmenvorschläge für den Gebäudebestand definiert, und weitere Effizienzziele bis 2050 projiziert. Auf diese Weise soll er die Erarbeitung von weiteren Sanierungsfahrplänen für Quartiere erleichtern, um deutschlandweit die Sanierung des kommunalen Gebäudebestands voranzutreiben.

Letzte Aktualisierung: 3. April 2017

Thematisch verwandte Publikationen

Thematisch verwandte Projekte