Menü
Kurztitel: ENOB:dataNWG
Förderkennzeichen: 03ET1315A, 03ET1315B, 03ET1315C
Status: Laufend
Laufzeit: 12/2015 bis 05/2019
Themen: Modellierung & Simulation, Monitoring & Bilanzierung
Innovation: In dem Forschungsprojekt werden klassische Methoden der Stichprobenerhebung mit den neuen Möglichkeiten der Geoinformatik auf Basis georeferenzierter Hausumringe kombiniert. Dadurch wird der Sektor der Nichtwohngebäude statistisch belastbar erfasst.
Schlagworte:

Quintessenz

  • Im Fokus sind strukturelle Eigenschaften, energetische Qualitäten und Entscheidungsprozesse bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden
  • Basis ist ein Screening mit Vor-Ort-Erhebung von repräsentativem Sample
  • In Kombination mit Methoden der Geoinformatik wird der gesamte Gebäudebestand in Deutschland erfasst und bewertet
  • Datenbank bietet Grundlage für regelmäßiges Monitoring des Sektors Nichtwohngebäude

Mit diesem Forschungsprojekt werden Nichtwohngebäude systematisch und umfassend erfasst. In einem schrittweisen Verfahren werden für die Modernisierung maßgebliche Daten wie Struktur und Zustand der Gebäude, energetische Qualität sowie Einflussfaktoren auf Entscheidungsprozesse erhoben. Dadurch wird der Sektor der Nichtwohngebäude statistisch belastbar und kostengünstig erforscht. So wird auch eine Grundlage geschaffen für ein regelmäßiges Monitoring, mit dem im weiteren Verlauf und zu vertretbaren Kosten überprüft werden kann, ob die energie- und klimaschutzpolitischen Ziele auch im Gebäudesektor erreicht werden können.

Projektkontext

Für die Steuerung der Energiewende werden auch im Gebäudesektor detaillierte Informationen über den energetischen Zustand, die Modernisierungstendenzen und die Wirksamkeit der eingesetzten Instrumente benötigt. Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat für den Wohngebäudebereich im Projekt „Datenbasis Gebäudebestand“  gezeigt, dass solch eine Datenbasis geschaffen werden kann. Gleiches gilt es nun auch für den Bereich der Nichtwohngebäude zu erreichen, dessen Grundgesamtheit im Gegensatz zu den Wohngebäuden durch die amtliche Statistik nicht einmal in groben Zügen beschrieben wird.

In den letzten Jahrzehnten wurde bereits mehrfach der Versuch unternommen, die Wissenslücken zum Umfang, zur Struktur und zum Energiebedarf von Nichtwohngebäuden zu schließen. Quantitative Angaben zum mengen- und flächenmäßigen Bestand wurden dabei jedoch überwiegend für Teilsektoren ermittelt, wobei sowohl sekundärstatistische Analysen als auch vereinzelte, nicht repräsentative Befragungen zum Einsatz kamen. Die methodische Qualität dieser Einzelerhebungen erlaubt jedoch keine erwartungstreue Hochrechnung auf die Gesamtheit aller Nichtwohngebäude in Deutschland.

Das Projekt „Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude“ zielt mit der Primärdatenerhebung zur Erfassung der Struktur und der energetischen Qualität des Nichtwohngebäudebestands in Deutschland auf die Beantwortung verschiedener Forschungsfragen.

Die vier Phasen des Forschungsprojekts EnOB:dataNWG mit den Inhalten und Zielgrößen der Erhebungen

© Institut Wohnen und Umwelt

Ein Beirat von Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik begleitet das Forschungsprojekt EnOB:dataNWG

© Institut Wohnen und Umwelt

Das Vordach des IWU-Hauses, ein eigener Hausumring: Was ist ein einzelnes Nichtwohngebäude?

© Institut Wohnen und Umwelt

Forschungsfokus

Mögliche Fragestellungen, die mithilfe der entstehenden Forschungsdatenbank bearbeitet werden können, sind beispielsweise:

Wie stellt sich allgemein die Struktur der Nichtwohngebäude dar (räumliche Verteilung, Gebäudekategorien, Bauwerkstypen, Sektoren, Fläche, Dauer von Lebenszyklen, Baualter etc.)? Und wie verändert sie sich im Laufe der Zeit?

Wie stellen sich die wärmetechnische Beschaffenheit der Gebäudehülle und die energetische Qualität der technischen Anlagen bei Nichtwohngebäuden im Bestand dar? Welche energetischen und sonstigen Modernisierungsprozesse laufen mit welcher Geschwindigkeit ab?
Wie hoch ist der tatsächliche Verbrauch an Brennstoffen und elektrischer Energie im Bestand der Nichtwohngebäude? Wie korreliert dieser mit dem berechneten Bedarf oder mit baulichen, technischen und nutzungsbedingten Parametern?

Welche Rückschlüsse können aus der vergangenen Entwicklung des Nichtwohngebäudebestands und der aktuellen Modernisierungsdynamik auf die Motivation der Akteure bei Investitionsentscheidungen gezogen werden und inwieweit hängen diese Entscheidungen von rechtlichen und volks- wie betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab?

Welche Möglichkeiten bietet die Geoinformatik in Kombination mit Bildverarbeitung und maschinellem Lernen, um aus deutschlandweit digital vorliegenden, georeferenzierten Gebäudedaten in Gestalt von amtlichen Hausumringen und -koordinaten in Kombination mit anderen Datenquellen Rückschlüsse auf Bestand und Struktur der Nichtwohngebäude in Deutschland zu ziehen?

Zentrale Idee, Ansatz

Der Sektor der Nichtwohngebäude wird mit diesem Projekt zum ersten Mal in Deutschland Gegenstand einer auf Repräsentativität ausgelegten Primärdatenerhebung hinsichtlich Stand und Dynamik seiner strukturellen Eigenschaften, der energetischen Qualität und der Entscheidungsprozesse bei Modernisierung.

Mit dem Projekt werden klassische Methoden der Stichprobenerhebung mit den neuen Möglichkeiten der Geoinformatik auf Basis georeferenzierter Hausumringe kombiniert.

Erprobung und Anwendung

Die Konzeptphase im Projekt ist bald beendet. Die Erhebungswerkzeuge für alle drei Phasen liegen als Prototypen vor.

Für das Screening hat die Pilotphase bereits begonnen, die Screener begehen im März 2017 die Piloterhebungsbezirke in Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Theorie meets Praxis: Was ist eigentlich ein einzelnes Nichtwohngebäude? Und wie bewährt sich die Definition in der praktischen Anwendung auf beliebige Bauwerke? Das wird nun viertausendfach getestet.

Letzte Aktualisierung: 3. April 2017

Thematisch verwandte Publikationen

Thematisch verwandte Projekte